Aus “Die Glocke”, Samstag 13. Oktober 2018

Warendorf (ap). Unter anderem Julie Slick, die als Bassistin bereits mit Musiker wie Jon Anderson, Stewart Copeland und Alice Cooper auf der Bühne stand, ist es zu verdanken, dass jetzt im Theater am Wall außergewöhnliche Musikerportraits gezeigt werden.
Noch bis Januar werden die ausdrucksstarken, auf Aludibond ausgearbeiteten Schwarz-Weiß-Fotografien von Marc Mennigmann im Foyer und im Dachtheater zu sehen sein.

Kulturamtslelter Horst Breuer machte noch während der Vernissage, bei der der Künstler anwesend war, eine Nachfolgeausstellung mit weiteren Musikerportraits fest. Mit ein bisschen Glück wird dann auch ein Bild von Lydie Auvray – der „Grande Dame“ des Akkordeons, die bereits in Warendorf gastierte .- im Theater hängen.

Ausgestellt sind Fotografien, die, anders als üblich, nur die Hände zeigen. In kleinerem Format daneben sind die Protagonisten in einem Bühnenportrait zu sehen. „Faszinierend ist vor allem die Reduktion auf die Hände der Musiker, die die Noten letztendlich zum Klingen bringen und damit Emotionen auslösen“, sagte Horst Breuer in seiner Eröffnungsansgrache. Mehr als 250 Künstler at der Iserlohner Marc Mennigmann bereits auf diese besondere Weise fotografiert. „Ich möchte gar nicht mehr damit aufhören“, sagte er. Denn: „Das Leben der Musiker wird in den Händen sichtbar. Und ich habe durch mein Projekt sehr viele Menschen und deren Geschichte kennengelernt.“

Anfänglich suchte sich Mennigmann vor allem seine Idole aus der Musikwelt aus. „Seitdem ich das mache, finde ich viel mehr interessante Musik, die mir sonst entgangen wäre.“ Nicht ganz unbeteiligt am „Hands Project“ ist Mennigmanns Tochter. Die verglich nämlich einmal im heimischen Wohnzimmer lhre Hände mit denen von Julie Slick. Die Hände der Musiker zeigen Spuren, die jahrelanges Üben so mit sich bringen. Schwielen, Grübchen, Fältchen zeigen, wie sich die Hände im Laufe der Jahre an das Instrument angepasst haben. Und genau das macht auch den Reiz aus, den die Bilder versprühen. Die Musiker über das jeweilige Management für seine Idee zu begeistern, sei indes nicht ganz einfach, gab der Fotograf preis. „Ich suche daher den direkten Kontakt zu den Künstlern.”